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Jane V.

25. Juli 2014

Promotionsrecht an Fachhochschulen

Minderung des Leistungsstandards oder ein Schritt zur Gleichberechtigung von FH-Studenten?

 

Bevor sich jemand zu diesemThema eine Meinung bildet, sollte er sich erst einmal in Erinnerung rufen, wofür ein Doktortitel verliehen wird. Die Promotion gilt als Nachweis für vertiefte wissenschaftliche Arbeit, welche in Form einer selbstständigen wissenschaftlichen Dissertation veröffentlicht wird.

Die erste Universität ihrer Form wurde 1088 in Bologna gegründet. Aufgrund der damaligen Verhältnisse war es nur dem gut betuchten Volk möglich zu studieren. Mit der Entstehung weiterer Universitäten entwickelte sich hieraus der berüchtigte elitäre Status von Studierenden. Bildung sorgte schon immer für Ansehen und bisher ist es nur Universitäts-Absolventen möglich zu promovieren, was das Promotionsrecht tatsächlich zu einem Alleinstellungsmerkmal macht. Somit ist der Doktortitel nicht nur eine Auszeichnung für anspruchsvolle, geleistete Arbeit sondern auch ein Aushängeschild für die Spitze der akademischen Elite und die Universitäten. Doch sind Universitäten immer noch so elitär? Im Jahr 1975 waren 836 002 Studenten in Deutschland an Universitäten eingeschrieben*. Im Jahr 2012 waren es bereits 2 499 409 eingeschriebene Studenten. Es ist schwer zu glauben, dass dieser starke Anstieg von eingeschriebenen Studenten einen ebenso starken Anstieg von akademischen Spitzenreitern mit sich bringt, welche aufgrund außerordentlicher Leistungen einen Doktortitel verdient haben, auch wenn sich die Bevölkerung im starken Wachstum befindet.

Mit der Entstehung zahlreicher neuer Studienangebote und Studienmöglichkeiten wächst auch das Angebot an Promotionsstellen. Wenn der Name eines beruflichen Kontaktes mit einem „Dr.“ versehen war, konnte man sich sicher sein, dass diese Person eine würdige Leistung erbracht hat und mit ziemlicher Gewissheit einen Mindeststandard an Intellekt besitzt. Doch wie kann man die richtig guten Spitzenakademiker von den Scheinakademikern unterscheiden, wenn mittlerweile der gesellschaftliche Druck oder der Druck durch Wettbewerb immer mehr zur Motivation für eine Doktorarbeit wird? Verliert der Doktortitel durch unverhältnismäßig viele Promotionen nicht seinen eigentlichen Wert? Ist es nicht verdammt schwer den akademischen Anspruch hoch zu halten, wenn es immer mehr Fachrichtungen und Promotionsangebote gibt?

Als Fachhochschul-Student und akademischer Spätzünder bin ich ebenfalls der Meinung, dass der Weg für diejenigen, die erst später ihren akademischen Ehrgeiz und das Verlangen nach einem Studium entwickeln, geebnet werden sollte. Allerdings sollte dies nicht in der Form einer Erweiterung des Angebots von ohnehin zu vielen Promotionsstellen geschehen. Der Sprung von Fachhochschule zu Universität ist hier das fehlende Glied in der Kette. Wenn ein FH-Student promovieren möchte, sollte ihm der Sprung von der Fachhochschule zur Universität einfacher gemacht werden, zum Beispiel mit Hilfe einer reiferen Allokation der benötigten ECTS-Punkte. Erfüllt ein FH-Bachelor-Student nicht die nötigen Anforderungen an ein universitäres Master-Studium, welches ihm im Anschluss eine Promotion ermöglichen könnte, sollte er die Möglichkeit haben, anhand von abgestimmten, anerkannten, seine Defizite ergänzenden Zusatzqualifikationen seine Eignung zu beweisen. Das Promotionsrecht sollte dabei bei den Universitäten bleiben, um den Standard zu bewahren.

 

*(https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/LangeReihen/Bildung/lrbil01.html)

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