Chaos ist die Abwesenheit von Ordnung und umgibt uns. Jedes Unternehmen ist aber bestrebt, keinen Anschein von Chaos zu erwecken und in einem geordneten Umfeld und zu agieren. Dabei bedeutet es für Unternehmen einen großen Aufwand ständig Ordnung in Prozesse zu bringen. Gibt es aber Gründe für Unternehmen Chaos auch manchmal bewusst zuzulassen?

In Unternehmen existieren bereits unterschiedliche Ansätze, Prozessstrukturen aufzulockern. In den Unterstützungsprozessen gibt es in der Wissenschaft bisher kaum Ansätze zur Nutzung von chaotischen Systemen. Ausnahme bildet beispielsweise die Mikropolitik innerhalb der Organisationstheorie. Hier wird davon ausgegangen, dass jede Organisation ein künstliches Gebilde darstellt und daher immer problematisch und zu jeder Zeit in seiner Existenz bedroht ist.

Chaotische Systeme in den Kernprozessen

In Kernprozessen wie der Beschaffung oder Produktion ist dieses Thema noch zu jung, um bereits konkrete Aussagen zu treffen. Es bietet trotzdem die Möglichkeit für einige philosophische Ansätze. In der Beschaffung haben die meisten Unternehmen das Problem, dass Prozesse trotz angepasster Bauweise und beschleunigtem Wareneingang durch fehlende Lieferungen oder der Ausfall von Maschinen behindert werden. Ein chaotisches und somit vollkommen flexibles System kann dabei unterstützend wirken. Diese „Flaschenhälse“ führen dann vermutlich nicht mehr zur Unterbrechung des ganzen Produktionsprozesses. Ein weiterer Vorteil von chaotischen Systemen ist, dass der Kunde rund um die Uhr an seinem heimischen Computer sein Produkt individuell erstellen und trotzdem erwarten kann, dass es er es kostengünstig erhält. Ein Widerspruch zu den Skaleneffekten, welche bisher in Industrieunternehmen genutzt werden.

Weitere Lösungen zur Chaosbewältigung erfahrt ihr im Artikel von Markus Rettenmeier unter Publikationen.